Neubrandenburg. – Ein Klassenzimmer unter freiem Himmel: 15 Schülerinnen und Schüler des Bildungsgangs „Staatlich anerkannter Heilerziehungspfleger“ haben am 30.09.2025 bei einer Stadtteilerkundung die Ihlenfelder Vorstadt auf besondere Weise erlebt: Sie setzten sich selbst in einen Rollstuhl, um Einkaufsgelegenheiten und Spielplätze aus der Perspektive eines Menschen mit Mobilitätseinschränkungen zu testen.
Schnell wurde deutlich, dass scheinbar alltägliche Wege zur Herausforderung werden können. Bordsteinkanten, enge Türen oder fehlende Aufzüge machten den Zugang zu einigen Geschäften schwer. „Man achtet im Alltag kaum darauf, aber wenn man selbst im Rollstuhl sitzt, merkt man, wie viele Hindernisse es noch gibt“, berichtete ein Teilnehmer.
Auch die Spielplätze nahmen die angehenden Heilerziehungspfleger(innen) genauer unter die Lupe. Zwar bieten viele Anlagen Raum für Kinder zum Toben, doch barrierefreie Elemente oder Sitzgelegenheiten in unmittelbarer Nähe waren selten. Für Familien mit einem Kind im Rollstuhl oder für Menschen, die auf Hilfsmittel angewiesen sind, kann der Besuch so zur Belastung werden.
Die Erfahrung im Rollstuhl sensibilisierte die Gruppe nachhaltig. Sie lernten nicht nur die Ihlenfelder Vorstadt kennen, sondern auch, wie wichtig barrierefreie Gestaltung für echte Teilhabe ist. Damit gewann die Exkursion einen praxisnahen Bezug zu ihrer späteren Arbeit: Lebensräume so mitzugestalten, dass alle Menschen sie nutzen können.
Text: Ronny Korablin, Lehrer
Bild: Elisabeth Utesch, Schülerin HEP51



